Verfolgungsschicksal und Tod Die seinerzeit kaum 21-jährige Johanne Horstmann stammt aus Altenhagen, heute Bielefeld, und war zuletzt Arbeiterin in der Ravensberger Spinnerei. Ins Visier der NS-Aufsichts- und Verfolgungsbehörden war sie bereits 1939 geraten, als sie wegen einer sexuell übertragbaren Erkrankung in das Provinzialkrankenhaus Benninghausen (heute Lippstadt) eingewiesen wurde. Eine derartige Infektion bei einer sehr jungen […]
Hermann Krome flieht am 30. September 1944 während des großen Luftangriffs auf Bielefeld aus dem Polizeigefängnis an der Turnerstraße. In wechselnden Verstecken überlebt er bis zum Eintreffen der Amerikaner. Er wechselt ständig von Versteck zu Versteck: Geräteschuppen in Hoberge auf seinem Grundstück, in Hagen/Lippe bei seiner Schwiegertochter Magarete Krome und bei seinem Bruder Fritz Krome […]
Frauen werden oft als wichtige Unterstützerinnen für Widerstandskämpfer im Kampf gegen Faschismus vergessen. Ohne sie wäre eine Widerstandsarbeit kaum möglich gewesen. „Die im Hintergrund sieht man nicht.“ (frei nach Bertolt Brecht) Im „5. Kanton“, ein Bielefelder Arbeiterviertel im Osten der Stadt, gibt es Widerstand. Die Frauen im Viertel leisten Widerstand. Flugblätter werden geschrieben und verteilt, […]
„Ich hab’ keine Angst vor’m Sterben. Das kann heute sein, das kann morgen sein, das kann übermorgen sein. Das kann noch zehn Jahre dauern, dann hab’ ich Glück gehabt, dann kann ich noch vielleicht einiges tun, worauf es mir ankommt.“ (Marie Luise Hartmann, 1979) Worauf es Marie Luise (genannt „Lieschen“) Hartmann in ihrem Leben ankam […]
Am 31. März 1942 verließ ein Deportationszug nach Warschau den Bahnhof von Bielefeld. Unter den 316 – 325 Jüdinnen und Juden, die aus Bielefeld und Umgebung „in den Osten evakuiert“ werden sollten, befand sich auch Palmyra Berg, geborene Goldstein am 24. Juni 1892 in Werther/Westfalen. Laut Eintrag im Hausbuch der Lützowstraße 10 (heute Karl-Eilers-Straße 10) […]
Abschied aus Bielefeld „Unmittelbar nachdem der Zug den Bahnhof verlassen hatte, kam rechts der jüdische Friedhof. Dann folgte links das Symbol Bielefelds, die Burg Sparenberg, aber vorher noch auf der gleichen Seite die Puddingpulverfabrik von Oetker. Ihr Geruch, ein Geruch, der zu ihrer Kindheit gehörte, umgab sie, bis alle die vertrauten Meilensteine – Brackwede, der […]
“Termin der Eheschließung: Anfang März.” Recht unspektakulär kommen diese Worte daher, wie sie sich in den Unterlagen des Standesamts Brackwede aus dem Jahr 1943 finden lassen. Am 10. Februar hatten sich der 23-jährige Adolf Wagner und die etwa ein Jahr ältere Frieda Stein auf den Weg dorthin gemacht, um ihren Willen zur Eheschließung bekannt zu […]
„Schwere Schäden an Körper und Gesundheit“ Der „Marschbefehl“ des Oberbürgermeisters der Stadt Düsseldorf vom 19. Juni 1945 für den Dreher Hugo Wörmann enthält die Order, dass er sich „auf dem kürzesten Wege nach Bielefeld in Marsch zu setzen habe.“ Die Dienststellen der deutschen Behörden werden darin gebeten “ihn ungehindert passieren zu lassen und ihm notfalls […]