Tag der Erinnerung

Am 4. April 1945 war Bielefeld vom Nationalsozialismus befreit worden – zu diesem Anlass findet jährlich seit 2019 der Tag der Erinnerung als offenes Forum für „Erinnerungskultur“-Akteure und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Es entsteht ein Raum, um Ideen zusammenführen und Kontakte zu knüpfen. Die große Varianz in Erforschung, Aufarbeitung, Darstellung und Vermittlung historischer Phänomene und Ereignisse und am Gedenken hierzu bietet zahlreiche Ansätze für einen lebhaften Ideenaustausch. Neben einer „Messe“ mit Gruppenständen sind verschiedene Plenumangebote Teil der Abendveranstaltung.

Tag der Erinnerung 2022

Der Tag der Erinnerung 2022 fand am 4. April 2022 erneut als Zoom-Veranstaltung statt. In der Spitze verfolgten knapp 70 Personen das facettenreiche Programm. Wie 2019 war die Messe „Erinnerungskultur in Bielefeld“ Kernstück der Veranstaltung: Initiativen, Vereine und Institutionen der aktiven Erinnerungskultur in Bielefeld stellten sich und ihre Projekte dem breiten Publikum vor. Die Messe bot allen Teilnehmer*innen Möglichkeiten zum Kennenlernen und zum inhaltlichen Austausch.

Gruppen auf der Messe „Erinnerungskultur in Bielefeld“ (PDF)

Als Auftakt des Rahmenprogramms präsentierte Detlev Hamann (u.a. BIE Queer e.V.) den Film „Spurensuche und Zeitzeugen §175“ und beantwortete Fragen aus dem Plenum. Der Film recherchiert und verfolgt unter anderem die Spuren von Helmut Grasmé und Paul Brockmann, die von den Nationalsozialisten als Homosexuelle verfolgt und ermordet wurden. Weitere Opfer der Diskriminierung und Verfolgung homosexueller Personen kommen zu Wort.

Abschließend zeigten die Schauspieler*innen und Theaterpädagog*innen Cornelia Rössler und Franz Potthoff (Klio & Konsorten) einen Zusammenschnitt einzelner Sequenzen aus ihrem Theaterstück „Martha – Die Geschichte einer Bielefelder Jüdin“, welches im Stadthistorischen Museum Bielefeld 2022 uraufgeführt wurde. Eindrücklich und sehr persönlich wurde die fiktive Geschichte von Martha dargestellt, wie sie die antisemitische Verfolgung der in Bielefeld ab 1933 erlebte und sich anschließend auf die Deportation nach Riga 1941 vorbereitete.

Tag der Erinnerung 2021

Nachdem im April 2020 der „Tag der Erinnerung“ kurzfristig ausfallen musste, konnte am 7. April 2021 das Format als Onlineveranstaltung fortgesetzt werden. Etwa 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten das vielfältige Programm, welches von Raphaela Kula (Atelier Ostbahnhof), von Schülerinnen und Schülern des Friedrich von Bodelschwingh Gymnasiums Bethel und von Dr. Jonas Rees (IKG, Universität Bielefeld) mitgestaltet wurde.  Anschließend beteiligten sie sich in zwei Online-Diskussionsgruppen. Unter erschwerten Bedingungen blieb der begonnene Austausch erhalten.

Tag der Erinnerung 2019

Am 4. April 2019 fand erstmalig der „Tag der Erinnerung“ statt, an dem 23 Institutionen und zivilgesellschaftliche Initiativen aus dem Bereich „Erinnerungskultur“ teilnahmen, darunter elf Vereine. Die Akteure stellten sich und ihre Arbeit im Stadtarchiv am Neumarkt einem breiten Publikum vor unter dem Motto: Kennenlernen – Vernetzen – Teilen.
Klara Lucia Quack und Antonie Seefried, Laborschule, inszenierten einen Dialog zu Otto Appelfelder (1901–1944), der als Gewerkschafter im Widerstand am 15. September 1944 hingerichtet worden war. Die Präsentation „Ausgrenzung“ von einer Projektgruppe des Gymnasiums am Waldhof thematisierte die Euthanasie. Eine abschließende Lesung zu Irena Wielgat (1926–2016), einer ehemaligen Zwangsarbeiterin bei der Spinnerei Vorwärts, steuerte der DGB-Arbeitskreis „Zwangsarbeit in Bielefeld – Gegen Vergessen für Demokratie“ bei.