Franziska und Jenny Heiser

Meldekarte von Franziska Heiser
Meldekarte von Franziska Heiser. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 104.003/Meldekartei, Nr. 18.
Meldekarte von Jenny Heiser
Meldekarte von Jenny Heiser. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 104.003/Meldekartei, Nr. 18.
1. Juli 1935
Schildescher Straße 87, 33611 Bielefeld

Niedenstein ist eine nordhessische Kleinstadt in der Nähe von Kassel. Hier wurden am 22. Juli 1879 bzw. am 2. Mai 1885 die Schwestern Franziska und Jenny (oder Jenni) Heiser geboren. Nur wenig ist über ihren Lebensweg bekannt. Sie blieben beide unverheiratet und übten keinen Beruf aus. Beide kamen gleichzeitig, Anfang Juli 1935, aus Detmold nach Bielefeld. Hier bezogen sie eine Wohnung in der Schildescher Straße 87. Franziska sollte hier über sechs Jahre lang wohnen. Jenny zog es zwischendurch (vor 1940) einige Zeit lang nach Hannover, aber auch sie verbrachte hier, in Bielefeld-Mitte, die meiste Zeit. Sie ar­bei­te­te 1937/38 mehrfach kurz­zei­tig beim Kauf­haus Als­berg als Aus­hilfs­ver­käu­fe­rin.

Am 22. Dezember 1940 wurden beide Frauen aus ihrem Heim vertrieben und in das sog. „Judenhaus“ in der Koblenzer Straße 4 eingewiesen. Von hier aus wurden sie am 13. Dezember 1941 nach Riga ins Ghetto deportiert.

Über ihr weiteres Schicksal liegen keine Erkenntnisse vor – wahrscheinlich sind sie ermordet worden.

Spur aufgenommen und Recherche
David Hecken
Landesarchiv Nordrhein Westfalen – Abteilung OWL

Literatur

  • Minninger, Monika / Meynert, Joachim / Schäffer, Friedhelm (Hrsg.), Antisemitisch Verfolgte registriert in Bielefeld 1933-45. Eine Dokumentation jüdischer Einzelschicksale (Bielefelder Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte 4) Bielefeld 1985.
  • Niemann, Ursula, Liste der um 1933 in Bielefeld ansässig gewesenen Juden und ihre Schicksale sowie ein Überblick über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Bielefeld, Bielefeld 1972.

Quellen

  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 104,3/Einwohnermeldeamt, Nr. 18: Meldekartei Bielefeld-Mitte, 1920-1958.
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 210,60/Kaufhaus Alsberg, Nr. 1: Personalbuch, 1900-1938 (1966)
Veröffentlicht am und aktualisiert am 15. Februar 2022

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