Eintreffen im Sammellager Die Deportation nach Riga am 13. Dezember 1941 war die erste Abschiebung von Jüdinnen und Juden aus Ostwestfalen-Lippe. Es geschah am helllichten Tag: Am 10. Dezember trafen die ersten Jüdinnen und Juden, die zwei Tage später deportiert wurden, im Sammellager „Kyffhäuser“ am Kesselbrink ein, einem belebten Platz mitten in der Stadt. Dieses […]
Bau, Ausstattung und Einrichtung Im Zuge der nationalsozialistischen Aufrüstungspolitik entstanden in den 1930er Jahren zunächst zwei Bekleidungsämter der Luftwaffe – in Berlin und Sonneberg. Ab 1938 wurde in Bielefeld ein weiteres gebaut. Es umfasste, nach den Plänen des Wuppertaler Architekten Peter Klotzbach, ein etwa 45.000 m2 großes Fabrikgebäude und rund 244 Wohnungen in der „Luftwaffensiedlung“ […]
Das neue „Horst-Wessel-Haus“ Im Sommer 1936 übernahm die NSDAP-Kreisleitung mit Parteigliederungen den Bau an der damaligen Hindenburgstraße 13, nachdem das Finanzamt ein neues Dienstgebäude Ravensberger Straße 125 bezogen hatte. Wie bereits die frühere Parteizentrale Wilhelmstraße 6 wurde er nach dem in Bielefeld geborenen und in Berlin ermordeten SA-Mann Horst Wessel (1907-1930) benannt, so die Westfälischen […]
Eine junge Frau in Bielefeld Eine mutige Christin und „Bibelforscherin“ (Zeugen Jehovas), die auch während ihrer Haft an ihrem Glauben festhielt, war eine junge Frau aus Bielefeld. Sie hieß Frieda Laarmann und wurde am 1. Januar 1902 in Münster geboren. Mit 15 Jahren zog sie zusammen mit ihren Eltern Gustav Laarmann und Auguste Laarmann, geborene […]
Am 18. Oktober 1938 erreichte das Standesamt Bielefeld im Spiegelshof, Kreuzstraße 20, ein Antrag auf Beischreibung jüdischer Zwangsvornamen. Zwei Monate zuvor hatte das NS-Regime ein Gesetz erlassen, das Jüdinnen und Juden verpflichtete, ab dem 1. Januar 1939 einen ergänzenden Vornamen zu führen und ihn dem zuständigen Standesamt und der Meldebehörde anzuzeigen: Männer „Israel”, Frauen „Sara”. […]
Am 23. Januar 1942 fanden in der Versteigerungshalle Am Bach 12a Auktionen statt. Die vom Finanzamt bestellten Gerichtsvollzieher Karl Diestelhorst (1890-1948) und Rudolf Ulbricht (1880-1959) versteigerten dort entzogenes Vermögen der knapp sechs Wochen zuvor, am 13. Dezember 1941 nach Riga deportierten Jüdinnen und Juden aus Bielefeld: „Schränke, Tische, Möbel, Bettstellen, Bilder, Haus- und Küchengeräte, Geschirr […]
Die Liste enthält die Namen der Jüdinnen und Juden, die am 13. Dezember 1941 als wohnhaft in Bielefeld registriert waren. Da keine zeitgenössische Liste für die Deportation aus Bielefeld nach Riga überliefert wurde, ist die Rekonstruktion nicht abgeschlossen und wird fortlaufend weitergeschrieben. Bestehende Rekonstruktionsversuche beinhalten unterschiedliche Anzahlen von deportierten Jüdinnen und Juden. Die Angaben schwanken […]
Das Opfer Der Abend des 2. Mai 1943 sollte dem 17-jährigen Messdiener der Jodokuskirche in Bielefeld, Heinz-Udo Hallau, zum Verhängnis werden. Auf dem Heimweg wurden er und einige andere Jugendliche von einer Streife der Hitlerjugend (HJ) aufgegriffen. Aufgrund fehlender Ausweispapiere wurde er in die Banndienststelle 158 der HJ (Koblenzer Straße 7) gebracht. Dort wurde er […]