Ernst Brune wurde am 25. August 1889 in Bielefeld geboren. Über seine Kindheit ist nur wenig bekannt, doch klar ist, dass er früh Verantwortung übernahm: 1909 leistete er seinen Militärdienst, den er mit einem „gut“ im Führungszeugnis abschloss. Später heiratete er Marie Maijewski, geboren am 20. August 1899 in Kunow/Russland, und arbeitete als Fabrikarbeiter bei der Phönix Nähmaschinen AG in Bielefeld Bahnhofstraße 1-3.
Politisch engagierte sich Brune früh in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Auch nach dem Verbot der Partei 1933 setzte er seine Arbeit im Untergrund fort. Als überzeugter Gegner des Nationalsozialismus genoss er bei seinen Weggefährten hohes Ansehen und galt als charakterlich einwandfrei.
Die Gestapo holte ihn eines Tages (16. September 1939) direkt von seinem Arbeitsplatz ab, vor den Augen seiner Kollegen. Brune kehrte niemals zurück. Seine Frau Marie versuchte verzweifelt, mit Anträgen seine Freilassung zu erwirken, doch alle Bemühungen blieben erfolglos. Ernst Brune wurde in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg gebracht.
Aus seiner Haft sind Briefe an seine Frau und Familie überliefert, in denen seine Sorge um die Angehörigen deutlich wird. Er erkundigte sich nach dem Wohl seiner Frau, bat sie, stark zu bleiben, und schilderte vorsichtig seine eigenen Herzbeschwerden. Offene Kritik am Lageralltag war unmöglich, doch zwischen den Zeilen wird seine Verzweiflung spürbar, ebenso wie seine Standhaftigkeit.
Am 25. April 1940 starb Ernst Brune im KZ Sachsenhausen. Die Lagerverwaltung gab als Todesursache „Herzleiden und Lungenentzündung“ an. Wie bei vielen Opfern ist anzunehmen, dass diese Angaben die wahren Umstände seines Todes verschleiern sollten.
Die Verfolgung hinterließ auch bei seiner Tochter (Herta Menzel geb. Brune) Spuren. Erst nach 1954 konnte sie ihren Wunsch, an der Pädagogischen Akademie in Bielefeld zu studieren, verwirklichen. Das Engagement und die Opferbereitschaft ihres Vaters prägten das Leben der Familie tief.
Ernst Brune war kein prominenter Widerstandskämpfer, sondern ein einfacher Arbeiter, Ehemann und Vater von Herta Menzel (geboren am 20. September 1922 in Schildesche) und doch ein entschiedener Gegner des NS-Regimes. Sein Mut, auch im Untergrund politisch aktiv zu bleiben, sein Einsatz für Gerechtigkeit und seine Standhaftigkeit gegenüber Unterdrückung machen ihn zu einem stillen, aber bedeutenden Zeugen der Geschichte.
Spur aufgenommen und Recherche
Joost Stockey, Milan Jankovic
Rudolf-Rempel-Berufskolleg