Initiativkreis Erinnern & Gedenken in OWL

Familienrecherche

Auf diesen Aufruf im Internet und den regionalen Tageszeitungen meldeten sich dreißig Frauen und Männer, verschiedenen Alters, die in dieser Gruppe mitarbeiten wollten. Wegen der Pandemie mussten wir die Zahl der Teilnehmer drastisch beschränken und lange auf das erste Treffen in Präsenz warten.
Endlich fand am 31. August 2021 der erste von insgesamt acht Terminen im Stadtteilzentrum „Bürgerwache“ statt. Drei
Monate später berichteten die zwölf Teilnehmerinnen in der Abschlussrunde als Fazit, wie wichtig für sie die wissenschaftliche Begleitung war. Ohne die professionelle Unterstützung eines Historikers hätten sie sich bei ihrer Familienrecherche in der »verzweigten Archivlandschaft« nicht zurechtgefunden. Außerdem betonten alle den hohen Stellenwert des Austausches und der Unterstützung durch die Gruppe. Dies hat die Teilnehmerinnen bewogen sich weiterhin einmal im Monat zu einem Stammtisch treffen.
Für den März oder April 2022 planen wir, in etwas veränderter Form, eine neue Gruppe anzubieten.

Schicksal von politisch Verfolgten

Ein weiterer Schwerpunkt des Initiativkreises ist die Beschäftigung mit Biographien von politisch Verfolgten und dem Arbeiterwiderstand in Bielefeld in der Zeit von 1933 bis 1945. Begonnen hat diese Arbeit mit der Übernahme unserer Patenschaft für den Stolperstein für „Bernhard Zawacki“ (1944 vom Reichsgerichtshof zum Tode verurteilt und hingerichtet) und der damit verbundenen Recherche (siehe Spur). Grundlage für diese Aufgabe ist u.a. die Auswertung von umfangreicher Literatur zu diesem Thema aus den 60er und 70er Jahren. Erfolgreich können wir in diesem Falle nur sein, wenn es uns gelingt mit dem VVN-BdA Kreisvereinigung Bielefeld, der Stolperstein Initiative Bielefeld e.V. und anderen Gruppen und Einzelpersonen zusammenzuarbeiten.

Digitale Plattform für Bielefeld und Umgebung

Anfang Februar 2018 berichteten die beiden Bielefelder Tageszeitungen zum ersten Mal über unsere Initiative. Das Westfalen Blatt schrieb zum Beispiel unter der Überschrift “Moderne Erinnerungskultur”:

Ein neu gegründeter »Initiativkreis Erinnern und Gedenken in OWL» hat sich zum Ziel gesetzt, eine digitale Plattform für Bielefeld und Umgebung zu schaffen, in der die Spuren des Nationalsozialismus erfasst und deren Hintergrundgeschichten zusammengetragen werden. (….) Die Idee dazu haben die beiden Initiatoren Lutz Havemann und Hans-Georg Pütz dem Bremer Projekt “Spurensuche Bremen 1933 – 1945” entnommen. Über einen interaktiven Stadtplan können hier Informationen in Form von Texten, Bildern, Audio- und Filmbeiträgen zu Orten, Ereignissen und Personen auf der Internetseite und der projekteigenen App abgerufen werden.

Einige Tage später fand, in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bielefeld, eine Informationsveranstaltung statt zu der wir John Gerardu den Koordinator des Bremer Projekt eingeladen hatten. Weil dieses Vorhaben, trotz unserer jahrelangen intensiven Bemühungen, zunächst nicht zustande kam, wandten wir uns den oben genannten Themen zu.

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