Heinrich Gresselmeier wurde am 5. Februar 1899 in Halle Westfalen geboren und arbeitete als Maler. Gemeinsam mit seiner Frau Else, geboren am 18. Januar 1895, lebte er zuletzt in Senne I, Nr. 602 (heute: Hafnerweg 21). Gemeinsam hatten sie zwei Kinder. Trotz des Risikos in der Zeit des Nationalsozialismus engagierte sich Gresselmeier politisch aus Überzeugung und im festen Glauben an Gerechtigkeit.
Erstmals wurde Heinrich Gresselmeier am 12. Juni 1935 verhaftet dennoch wurde er am 15. Februar 1936 wieder entlassen. Die nationalsozialistischen Behörden warfen ihm vor, beim illegalen Wiederaufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Bielefeld mitgewirkt zu haben. Am 17. Januar 1944 wurde Heinrich Gresselmeier erneut von der Gestapo verhaftet. Der Vorwurf lautete auf „Vorbereitung zum Hochverrat“. Außerdem habe er kommunistische Propagandaschriften in Bücher eingebunden und so Informationen weitergegeben, die laut Anklage zur Zersetzung der Wehrmacht beitragen sollten.
Sein politisches Denken beeinflusste offenbar auch das Verhalten seiner Tochter. In der Schule weigerte sie sich, ihre Kameradinnen mit „Heil Hitler“ zu grüßen und korrigierte sie stattdessen mit den Worten: „Es heißt Guten Tag.“ Als sie später einen Gestapo-Beamten mit dem Hitlergruß grüßte, soll dieser geäußert haben, dass ihr Vater so etwas nie für nötig gehalten hätte. Auch das wurde als Beleg für seine „staatsfeindliche Gesinnung“ gewertet.
Laut den Nationalsozialisten bestand in ihm eine Verdunklungs- (Kollusion) und Fluchtgefahr. Nach nur vier Monaten in Haft wurde er am 15. Mai 1944 um 15:20 Uhr im Gefängnis Köln-Klingelpütz hingerichtet.
Sein Fall steht exemplarisch für das Schicksal vieler Menschen, die wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt, verurteilt und ermordet wurden. Heinrich Gresselmeiers mutiger Einsatz gegen das NS-Regime verdient es, in Erinnerung zu bleiben. Er trat für Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit ein, Werte, die heute Grundlage unserer Demokratie sind.
Spur aufgenommen und Recherche
Dennis Atkinson, Fiona Otte
Rudolf Rempel Berufskolleg
Die Geschichte Heinrich Gresselmeiers mahnt uns: Eine freie Meinung darf niemals wieder ein Todesurteil sein. Sein Handeln war aus heutiger Sicht richtig, aber es zeigt auch, wie gefährlich es war, unter einer Diktatur die Wahrheit auszusprechen. Erinnerung bedeutet Verantwortung. Damit so etwas nie wieder geschieht.
- Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 120,3/Amt für Wiedergutmachung Kreis, Nr. A 28
- Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 300,7/Kleine Erwerbungen, Nr. 1254