Albert Davids wurde am 12. Oktober 1906 in Billerbeck im Münsterland geboren. Er kam am 1. Juli 1940 nach Bielefeld und musste hier Zwangsarbeit leisten (in der Sprache der Zeit hieß das euphemistisch: „Arbeitseinsatz“.) Während dieser Zeit wohnte er in den „Judenhäusern“ Ritterstraße 75 und Mühlenstraße 7.
Sein Bruder Julius, der nach Santiago de Chile ausgewandert war, stellte nach dem Krieg einen Wiedergutmachungsantrag. Diesem zufolge hatte er gemeinsam mit Albert vor dem Krieg, vermutlich im heimatlichen Billerbeck, einen Viehhandel geleitet.
Am 13. Dezember 1941 wurde er gemeinsam mit den anderen Bielefelder Jüdinnen und Juden nach Riga deportiert. Nach dem Krieg galt er als verschollen und wurde rückwirkend zum 8. Mai 1945 für tot erklärt. Über sein Schicksal ist bisher nichts bekannt.
Spur aufgenommen und Recherche
David Hecken
Landesarchiv Nordrhein Westfalen – Abteilung OWL
- Minninger, Monika / Meynert, Joachim / Schäffer, Friedhelm (Hrsg.), Antisemitisch Verfolgte registriert in Bielefeld 1933-45. Eine Dokumentation jüdischer Einzelschicksale (Bielefelder Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte 4), Bielefeld 1985
- Niemann, Ursula, Liste der um 1933 in Bielefeld ansässig gewesenen Juden und ihre Schicksale sowie ein Überblick über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Bielefeld, Bielefeld 1972
- Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 109,3/Amt für Wiedergutmachung Stadt, Nr. B39
- Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 104,3/Einwohnermeldeamt, Nr. 18: Meldekartei Bielefeld-Mitte, 1920-1958