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Arbeitskreis “Spuren jüdischen Lebens in Werther“

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Logo AK Spuren jüdischen Lebens in Werther

Kontakt

An­sprech­part­ner*in: U.Dau­s­end­schön-Gay
Web­sei­te: http://arbeitskreis-spuren-werther.de/ 
E-Mail: info@arbeitskreis-spuren-werther.de

Der Ar­beits­kreis „Spu­ren jü­di­schen Le­bens in Wer­t­her“ ist 2008 aus zwei Mo­ti­ven ge­grün­det wor­den:

  1. In diesem Jahr wurde der jüdische Friedhof in Werther zum vierten Mal geschändet: vor dem Zweiten Weltkrieg durch Nazi-Schergen; 1983 zweimal durch Unbekannte, die Grabsteine mit Nazisymbolen beschmierten und Grabsteine umwarfen; 2008 wurden erneut Grabsteine umgeworfen. Gegen den dahinter aufscheinenden Antisemitismus sollte ein Signal gesetzt werden!
  2. Die Stadtführerinnen Brigitte Sonntag und Ute Dausendschön-Gay besuchten in Detmold die Wanderausstellung „9.11.1938 Reichspogromnacht in OWL“ und sahen dort Objekte aus der Wertheraner Synagoge ausgestellt. Sie beschlossenen, diese Ausstellung auch nach Werther zu holen.

Für die­se Wan­der­aus­stel­lung er­ar­bei­te­te der Ar­beits­kreis, be­ste­hend aus ca. 40 Wer­t­he­ra­ner*in­nen, ei­nen zu­sätz­li­chen lo­ka­len Teil über jü­di­sche Fa­mi­li­en, die zur Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus in Wer­t­her leb­ten. Die­se Fa­mi­li­en wa­ren teil­wei­se seit weit mehr als 200 Jah­ren in Wer­t­her an­säs­sig. Das gro­ße In­ter­es­se an die­ser Aus­stel­lung hat die Mit­glie­der des Ar­beits­kreis dazu er­mu­tigt, die Re­cher­che­ar­bei­ten zu den Fa­mi­li­en fort­zu­set­zen und sie der Öffent­lich­keit zur Ver­fü­gung zu stel­len.

So sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren 16 gro­ße Er­in­ne­rungs­bü­cher ent­stan­den, in de­nen Ein­zel­schick­sa­le auf der Grund­la­ge von Ar­chi­va­li­en und pri­va­ten Do­ku­men­ten re­kon­stru­iert wur­den. Sie sind in der Stadt­bi­blio­thek Wer­t­her zu­gäng­lich. Die In­itia­ti­ve „Zeit­zeu­gen­ge­sprä­che“, die der Ent­wick­lung und Be­wah­rung des kol­lek­ti­ven Ge­dächt­nis­ses dient, hat in­zwi­schen mehr als 20 Zeit­zeu­gen in län­ge­ren Ge­sprä­chen zu ih­ren Er­in­ne­run­gen an die jü­di­schen Fa­mi­li­en so­wie an die Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus be­fragt und die Er­geb­nis­se in ver­schie­de­nen the­ma­ti­schen Zu­sam­men­stel­lun­gen prä­sen­tiert. Die enge Ko­ope­ra­ti­on des Ar­beits­krei­ses mit Schu­len zeigt sich in der Durch­füh­rung von Work­shops in den Fä­chern Ge­schich­te, Kunst, Re­li­gi­on und Ge­sell­schafts­leh­re, in der Be­tei­li­gung an Frie­dens­ta­gen und Shoa-Ge­denk­ta­gen so­wie in der Vor- und Nach­be­rei­tung der bis­her re­gel­mä­ßi­gen Ausch­witz­fahr­ten der Pe­ter Au­gust Böck­stie­gel Ge­samt­schu­le. Fer­ner be­tei­lig­te sich der Ar­beits­kreis von Be­ginn an den Ak­ti­vi­tä­ten des On­line-Por­tals „Ge­schicht­spor­tal Wer­t­her“ (GPW), das 2019 on­line ge­gan­gen ist. Im Herbst 2021 konn­te in ei­ner 13­tei­li­gen Vor­trags­rei­he zu­sam­men mit der vhs Ra­vens­berg zu „ #2021J­LID- 1700 Jah­re Jü­di­sches Le­ben in Deutsch­land“ die bis­he­ri­ge Ar­beit re­sü­miert und um neue As­pek­te er­wei­tert wer­den.

Im Zen­trum der Tä­tig­kei­ten des Ar­beits­krei­ses ste­hen so­mit nach wie vor

  • die Arbeit in Archiven, mit denen die Suche nach Spuren systematisiert und intensiviert wird;
  • die Pflege und Erweiterung des Kontaktes mit anderen Institutionen und Personen, die an ähnlichen Themen arbeiten;
  • die Publikation von weiteren Erinnerungsbüchern, Broschüren, Schrifttafeln oder Erinnerungsstelen, um die Dokumentationen über Spuren jüdischen Lebens im öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen und um Aufmerksamkeit für diese Themen zu wecken;
  • vor allem die Vermittlungsarbeit in Schulen sowie anlässlich von Ausstellungen und öffentlichen Veranstaltungen.

Produkte

Weblinks
Erinnerungsbücher in der Stadtbibliothek Werther
  • Die Synagoge
  • Der jüdische Friedhof
  • Die sogenannten „Aktionen gegen das Judentum“
  • 1933 und 1938 in Werther
  • Familie Elsa und Julius Weinberg
  • Familie Grete und Alfred Weinberg
  • Familie Friederike und Feodor Sachs
  • Familie Ilse und Julius Sachs
  • Familie Emma und Israel Sachs, Siegmund Sachs, detaill. Quellenangaben zu den Mitgliedern der Familie Sachs: Albert, Philipp, Siegmund, Jenny, Meier
  • Erinnerungen von Artur Sachs
  • Kindertransporte nach England
  • Die Familienblätter der jüdischen Familien ab 1703
  • Rolf Schwarze „Eine fast normale Kindheit“
CDs in der Stadtbibliothek Werther
  • Zeitzeugeninterviews von 2009-2021
  • WDR-Sendung vom 5.10.2010 zur Ausstellung: „Ein Spaziergang mit Schülern“
Weiteres Informationsmaterial
  • Broschüre: Spuren – Jüdisches Leben in Werther. Erweiterte Neuauflage, 2020, ISBN 978-3-00-064692-8
  • Flyer: Der Arbeitskreis „Spuren jüdischen Lebens in Werther“
  • Flyer: Zeitzeugen erinnern sich.
Spuren im Onlineportal