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Gerhard Adolf Gustav Diekmann – Ein Leben zwischen Verfolgung, Widerstand und Neuanfang

19. März 1944
Artur-Ladebeck-Straße 154, 33617 Bielefeld

Politisches Engagement

Gerhard Adolf Gustav Diekmann geboren am 3. März 1907, war ein politisch engagierter Bürger aus Bielefeld. Bereits in jungen Jahren setzte er sich für seine politischen Überzeugungen ein. Er war Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands (KJVD) und Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet er deshalb früh in das Visier der Gestapo.

Verfolgung und Haft während der NS-Zeit

Zwischen 1933 und 1945 wurde Diekmann mehrfach verhaftet. Er war in Bielefelder Gefängnissen und von 15. März 1943 bis zur Befreiung im Konzentrationslagern Mauthausen-Gusen I inhaftiert. Die Verhaftungen standen im Zusammenhang mit seinem politischen Engagement und dem Verdacht, gegen das nationalsozialistische Regime tätig zu sein.

Besonders schwer war seine letzte Haftzeit. Nach seiner Verhaftung im Jahr 1943 wurde er 1944 in das Konzentrationslager Mauthausen-Gusen deportiert. Dort blieb er bis zur Befreiung durch US-amerikanische Truppen im Mai 1945 inhaftiert. Während seiner Haft erlitt er Misshandlungen, Mangelernährung und schwere gesundheitliche Schäden.

Neuanfang nach dem Krieg 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann für Diekmann ein neuer Lebensabschnitt. Ab Oktober 1945 arbeitete er als Verwaltungsangestellter im Bauamt der Stadt Bielefeld. Einige Jahre später wurde er zum Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates gewählt.

Auswirkungen auf Familie und Alltag

Die Verfolgung betrafen nicht nur Gerhard Diekmann selbst, sondern auch seine Familie, die in der Brackweder Bielefelder Straße 67 (heute: Artur-Ladebeck Straße 154) lebte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Johanne hatte er Kinder, die während seiner Haftzeiten auf Unterstützung angewiesen waren. Die schwierigen Lebensumstände der Kriegs- und Nachkriegszeit stellten die Familie vor große Herausforderungen wie Armut oder Platzmangel.

Gesundheitliche Folgen der Haft

Die gesundheitlichen Schäden aus der Haft begleiteten Diekmann bis an sein Lebensende. Er litt unter Rheuma, Schwerhörigkeit, Kreislaufproblemen und weiteren Erkrankungen, die auf die Haftbedingungen zurückgeführt wurden. Aufgrund dieser Beschwerden musste er vorzeitig in den Ruhestand treten.

Gerhard Diekmann verstarb am 1. April 1960 infolge eines Unfalls. Es wird vermutet, dass seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen dabei eine Rolle gespielt haben könnten.

Spur aufgenommen und Recherche
Feline Busse, Viktoria Emmerling, Mia Neumann
Rudolf Rempel Berufskolleg

Veröffentlicht am 06. Juli 2026

Der Lebensweg von Gerhard Diekmann steht beispielhaft für die Erfahrungen vieler Menschen, die während der nationalsozialistischen Diktatur wegen ihrer politischen Überzeugungen verfolgt wurden. Seine Geschichte erinnert an die Bedeutung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten. Zugleich mahnt sie dazu, die Schicksale der Opfer politischer Verfolgung nicht zu vergessen.

  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 109,3/Amt für Wiedergutmachung Stadt, Nr. A 40 

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